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Märkte, Veröffentlichungen und Presse
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Kurzüberblick
Das zweite Quartal 2026 war von einer vorübergehenden Entspannung im Iran-Konflikt geprägt. Mitte Juni verständigten sich die USA und der Iran auf ein Ende der Kampfhandlungen sowie eine Verhandlungsfrist. Diese Vereinbarung sorgte zunächst für Beruhigung an den Märkten, ihre Tragfähigkeit bleibt jedoch abzuwarten. Mit der Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus gab auch der Ölpreis deutlich nach. Die internationalen Aktienmärkte erreichten, gestützt durch eine starke US-Berichtssaison und den anhaltenden KI-Boom, zwischenzeitlich neue Allzeithochs, bevor sie zum Quartalsende einen Teil ihrer Gewinne konsolidierten. Die Europäische Zentralbank erhöhte im Juni erstmals seit 2023 die Leitzinsen. Die US-Notenbank Fed beließ die Zinsen unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh zwar unverändert, deutete jedoch einen künftig restriktiveren Kurs an. In der Folge wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro auf.
Wertentwicklung in Euro (Stand: 30.06.2026)
| Aktien | Q2 | YTD % |
|---|---|---|
| MSCI World | 14,2 | 11,9 |
| Stoxx Europe 50 | 11,5 | 10,1 |
| S&P500 | 16,1 | 12,7 |
| DAX | 10,2 | 2,1 |
| SMI | 11,1 | 7,8 |
| Nikkei | 35,0 | 38,0 |
Politisches und wirtschaftliches Umfeld
| Anleihen | Rendite | Q2 % | YTD % |
|---|---|---|---|
| DE 10 Jahre | 2,83 | -4,9 | -0,8 |
| US 10 Jahre | 4,36 | -1,0 | 5,6 |
| JP 10 Jahre | 2,67 | 13,74 | 29,3 |
Der Nahostkonflikt blieb bis weit in den Juni hinein das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. Nach gescheiterten Waffenstillständen und der Eskalation in der strategisch wichtigen Straße von Hormus gelang am 18. Juni der Durchbruch: Die USA und der Iran vereinbarten ein Ende der Kampfhandlungen sowie eine 60-tägige Verhandlungsphase über das iranische Atomprogramm und die regionale Sicherheit, woraufhin die US-Blockade iranischer Häfen aufgehoben wurde. Die Lage blieb trotz erster diplomatischer Signale im Mai fragil.
| Währungen | Kurs | Q2 % | YTD % |
|---|---|---|---|
| EURUSD | 1,14 | -1,1 | -2,8 |
| EURCHF | 0,92 | 0,0 | -0,7 |
| EURJPY | 185,68 | 1,2 | 0,9 |
| Rohstoffe | Kurs | Q2 % | YTD % |
|---|---|---|---|
| Gold | 3.516 | -10,7 | -4,1 |
| Kupfer | 11.678 | 10,9 | 9,7 |
| Öl | 64,4 | -30,7 | 22,6 |
Auf der Inflationsseite zeichnete sich im Quartalsverlauf ein uneinheitliches Bild. In Deutschland fiel die Teuerung im Mai mit 2,6% – begünstigt durch einen neu eingeführten Tankrabatt – geringer aus als von Marktbeobachtern erwartet, nachdem sie im April noch bei 2,9% gelegen hatte. In der Eurozone lag die Inflation im Mai bei 3,2% und damit weiterhin deutlich über dem EZB-Zielwert von 2%. In den USA verharrte die Teuerung ebenfalls auf erhöhtem Niveau; die US-Mai-Inflation von 4,2% sowie die auf 3,6% angehobene Inflationsprognose der Fed für 2026 verdeutlichen den anhaltenden Preisdruck, der maßgeblich auf die kriegsbedingt gestiegenen Energiepreise zurückzuführen ist. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass die zum Ende des Quartals stark gesunkenen Ölpreise in den kommenden Monaten für Entlastung sorgen werden.
Konjunkturell wuchs die US-Wirtschaft robust um rund 2,7%, während die Eurozone im ersten Quartal um 0,2% schrumpfte. Das deutsche BIP legte dagegen überraschend um 0,3% zu. Der ifo-Geschäftsklimaindex stabilisierte sich im Mai leicht bei 84,9 Punkten, ohne jedoch eine echte Trendwende zu markieren, während Bundeskanzler Merz die wirtschaftlichen Kriegsfolgen als „massiv“ bezeichnete.
In der Geldpolitik gab es eine wichtige personelle Wende: Nach dem Abgang von Jerome Powell ernannte US-Präsident Trump Ende Mai den konservativen Kevin Warsh zum neuen Fed-Vorsitzenden. Dessen Nähe zum Präsidenten ließ im Markt jedoch Zweifel an der Unabhängigkeit der Notenbank aufkommen.
Entwicklung der Aktienmärkte
Die Aktienmärkte zeigten sich im zweiten Quartal bemerkenswert widerstandsfähig gegenüber den geopolitischen Spannungen und markierten neue Allzeithochs – „Sell in May and go away“ hätte in diesem Jahr erhebliche Renditen gekostet. Getragen wurde diese Entwicklung von einer außergewöhnlich starken Berichtssaison: Nach Vorlage der Zahlen von rund 91% der S&P-500-Unternehmen übertrafen 84% die Gewinnerwartungen der Analysten. Die kombinierte Gewinnwachstumsrate lag im ersten Quartal 2026 bei 27,7% gegenüber dem Vorjahr – das stärkste Quartalswachstum seit dem vierten Quartal 2021. Diese Entwicklung wurde maßgeblich von den großen Technologiekonzernen wie AMD, Alphabet und Applied Materials getragen. Europa liegt weit dahinter zurück: Die DAX-Konzerne steigerten ihre Gewinne vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal nur um 4,4%, gebremst durch einen Umsatzrückgang von 3,7%. Zudem gelang es nur rund der Hälfte der DAX-Unternehmen die Analystenerwartungen zu übertreffen.
Die erwarteten globalen Investitionen in KI-Infrastruktur wurden im Quartalsverlauf erneut nach oben angepasst, was das anhaltende Vertrauen in das langfristige Wachstumspotenzial dieses Sektors unterstreicht. Davon profitieren auch viele Branchen, die auf den ersten Blick keine direkte Verbindung zum Halbleitersektor haben, wie beispielsweise Hersteller von Hochspannungsleitungen, Gasturbinen oder Unternehmen aus der Baubranche. Zum Quartalsende sorgten die restriktiveren Töne der US-Notenbank sowie Gewinnmitnahmen nach der starken Rallye für eine Konsolidierung, ohne jedoch den positiven Gesamtverlauf des Quartals infrage zu stellen.
Zinsen, Währungen und Edelmetalle
Die EZB vollzog am 11. Juni die erste Leitzinserhöhung seit September 2023: Der Einlagensatz stieg um 25 Basispunkte auf 2,25%, um dem durch den Krieg im Nahen Osten verstärkten Inflationsdruck entgegenzuwirken. Gleichzeitig senkte die EZB ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8% und erwartet eine durchschnittliche Inflation von 3,0%. Die US-Notenbank beließ ihren Leitzins am 17. Juni bei ihrer vierten Zinspause in Folge unverändert bei 3,50–3,75% – es war zugleich die erste Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, der die Kommunikation der Fed spürbar straffte. Entgegen den Befürchtungen im Vorfeld, Kevin Warsh könnte auf politischen Druck von Präsident Trump mit raschen Zinssenkungen reagieren, signalisierte der neue Fed-Vorsitzende in seiner Rede geldpolitische Härte.
Als Folge des neuen Kommunikationsstils der FED wertete der US-Dollar am Quartalsende spürbar auf. Entsprechend fiel der Euro in Richtung 1,14 US-Dollar. Der Schweizer Franken gab gegenüber dem Euro im Quartalsverlauf leicht nach. Der japanische Yen gab ebenfalls leicht nach und markierte neue Tiefstände bei ca. 185 EUR/JPY.
Der Ölpreis gab nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran deutlich nach und näherte sich im Juni wieder der Marke von 70 US-Dollar an. Im Zuge der nachlassenden geopolitischen Spannungen verzeichnete auch der Goldpreis Rückgänge. Analog hierzu zeigten sich die führenden Krypto-Leitwährungen, allen voran der Bitcoin, mit erheblicher Schwäche. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen gab zum Quartalsende hin nach, während die US-Renditen unter dem Eindruck des strengeren Fed-Ausblicks tendenziell anzogen.
Ausblick
Mit der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran ist ein erster Schritt zur Deeskalation gelungen, doch bleibt die Umsetzung während der kommenden 60-tägigen Verhandlungsperiode mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Sollte die Entspannung anhalten und die Straße von Hormus dauerhaft geöffnet bleiben, dürfte dies weiter die Energiepreise und Inflation entlasten. Gleichzeitig rückt mit dem restriktiveren Fed-Ausblick sowie der ersten EZB-Zinserhöhung seit Jahren die Zinspolitik wieder stärker in den Fokus der Marktteilnehmer. Nach den kräftigen Kursgewinnen und den erreichten Allzeithochs erscheinen die Bewertungen in einzelnen, insbesondere technologienahen Marktsegmenten anspruchsvoll, während sich in anderen Bereichen weiterhin attraktiv bewertete Unternehmen mit überzeugendem langfristigem Potenzial finden lassen. Wir halten daher an unserer selektiven, auf fundamentaler Einzeltitelauswahl basierenden Anlagestrategie fest und nutzen Marktschwächen gezielt zum Ausbau von Positionen in qualitativ hochwertigen Unternehmen. Gleichzeitig sichern wir durch regelmäßige Teilgewinnmitnahmen Erträge bei Titeln ab, die trotz starker langfristig positiver Fundamentaldaten derzeit eine historisch hohe Bewertung aufweisen.
Rechtlicher Hinweis:
Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Datenquelle: Infront